Bildungsweise

Susanne Posselt

Schule 2035. Oder: Der Schulentwicklungsblues

Erik Grundmann hat gerade einen Blogartikel veröffentlicht, in dem er über den Blues der Schulentwicklung schreibt und den er mit sich selbst als ki-generiertem Zauberlehrling illustriert. Ich kenne das Gefühl zu gut.  Als ich mich vor zwei Jahren dazu entschied, in Schulleitungsverantwortung zu gehen, wusste ich schon: Es wird streckenweise mühsam werden. So bin ich angetreten. Ganz bewusst an einer Gemeinschaftsschule. Ganz bewusst an einer großen Schule. Und ganz bewusst an einer Schule, die eine Primarstufe dabei hat. Und trotz allem: Ich fand und finde diese Aufgabe nach wie vor unglaublich spannend. Mein Mann sagt hin und wieder zu mir: „Du gehst nie den einfachsten Weg.“ So ist es. Ich bin eine Überzeugungstäterin. Mich begeistert die Vision einer anderen Schule. Aber ich bin fähig, auch in kleinen Schritten Erfolge zu sehen. Wenn ich sehe, dass Menschen plötzlich wieder Mut schöpfen. Wenn sie Lust haben, mitzumachen. Wenn ein cooles Projekt gelingt. Dann weiß ich wieder, dass es sich doch lohnt. „Je mehr Zukünfte man sich vorstellen kann, desto freier ist man.“ Dieses Zitat von Florence Gaub stellt Jöran Muuß-Merholz an den Anfang seines ersten Kapitels in seinem Buch „Schule 2035“. Es trägt den Titel „Warum sich die Beschäftigung mit der Zukunft lohnt – für die Gegenwart!“ 

Im virtuellen Edubuchklub von Nele Hirsch und Gabi Fahrenkrog lesen wir dieses Buch gerade gemeinsam und werden im Anschluss an die Lektüre darüber sprechen. Am kommenden Montag findet in der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe eine Lesung von Jöran Muuß-Merholz zu seinem Buch statt. Wer möchte, kann vorher einen Rundgang durch die Schule dazu buchen. Ich habe mich angemeldet, weil ich weiß: Mir tut es gut, über mutige Schulvisionen zu sprechen. Es hilft mir, den Schulentwicklungsblues zu überwinden, der auch mich hin und wieder überkommt. Wer mag, kann sich auch noch anmelden und mich dann dort treffen. Ich freue mich über jeden und jede Visionär*in, die Schule nicht nur am Laufen hält, sondern jeden Tag ein kleines Stückchen weiterentwickelt. 

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