Bildungsweise

Susanne Posselt

Mutter-Töchter-Wochenende in Montreux

Planänderungen, Gletscherblicke und Seeidylle

Es gibt Traditionen, die man einfach pflegen muss. Eine davon ist ein gemeinsamer Mutter-Töchter-Sommerausflug: Wenigstens einmal im Jahr gehe ich zusammen mit meinen Töchtern wandern. Da es diesen Sommer in den Ferientagen leider nicht geklappt hat, haben wir uns kurzerhand ein Wochenende Ende September ausgesucht. Das Ziel stand schon lange fest, und das vergleichsweise günstige Hôtel Bon Port in Montreux war bereits seit Monaten gebucht.

Eine Anreise mit Hindernissen

Eigentlich sah der Plan perfekt aus: Wir wollten am Freitagnachmittag frühzeitig aufbrechen, um die Abendstunden bereits entspannt in Montreux zu verbringen. Die Realität sah allerdings anders aus. Auf Höhe Offenburg verabschiedete sich spontan der Motor unseres Ford Focus. Glücklicherweise ließ sich dank der Mobilitätsgarantie und eines spontanen Fahrservices durch Linus Bald-Ehefrau Alexandra das Auto relativ unkompliziert tauschen, sodass wir die Fahrt noch am selben Tag fortsetzen konnten. Statt am Nachmittag kamen wir dadurch allerdings erst gegen 23:00 Uhr in Montreux an.

Plan B: Auf zum Glacier 3000

Auch für den Samstag mussten wir umdisponieren. Ursprünglich hatten wir geplant, mit der historischen Zahnradbahn zu den Rochers de Naye zu fahren. Da die Bahn derzeit jedoch außer Betrieb ist, brauchten wir eine Alternative. Da Maja zudem über Knieprobleme klagte, schieden anstrengende Bergtouren mit vielen Höhenmetern im Abstieg aus. Die Wahl fiel schließlich auf den Glacier 3000.

Wissenswertes zur Anfahrt und Seilbahn

  • Anfahrt mit dem Auto: Von Montreux aus erreicht man den Ausgangspunkt Col du Pillon über die A9 (Ausfahrt Aigle) und anschließend über die Passstraße Richtung Les Diablerets. Die Fahrt dauert etwa 40 bis 45 Minuten. Vor Ort an der Talstation Col du Pillon stehen ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.
  • Fahrt mit der Luftseilbahn: Die Panoramakabine bringt Gäste von der Talstation (1.546 m) in zwei Sektionen in gut 15 Minuten hinauf zur Bergstation auf 2.971 Metern Höhe.
  • Tipp: Vor allem an sonnigen Wochenenden lohnt es sich, die Tickets für die Seilbahn vorab online zu reservieren, um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden.

Unterwegs zwischen Himmel und Eis

Oben angekommen, erwartete uns ein beeindruckendes Panorama. Als Erstes überquerten wir den bekannten Peak Walk by Tissot – die weltweit einzige Hängebrücke, die zwei Berggipfel miteinander verbindet. Der Blick über die Viertausender der Alpen ist von dort oben atemberaubend.

Anschließend machten wir uns über den Glacier Walk auf den Weg über den Gletscher. Der Wanderweg führte uns hinüber zum markanten Felsen Quille du Diable (auch bekannt als Tour St-Martin) und wieder zurück. Dazwischen legten wir eine Pause im Restaurant der Bergstation ein, um uns zu stärken und die Aussicht zu genießen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: Es war für Ende September erstaunlich warm und die Sicht außerordentlich klar. Dennoch stimmte der Anblick auch nachdenklich, denn das voranschreitende Schmelzen des Gletschers ist aus nächster Nähe unübersehbar.

Abendstimmung in Montreux

Zurück im Tal verbrachten wir den Abend am Ufer des Genfersees. Bei einem spektakulären Sonnenuntergang, der den See und die umliegenden Berge in warme Farben tauchte, ließen wir den ereignisreichen Tag entspannt ausklingen.

Abschied mit Weitblick am Col de Jaman

Bevor es am nächsten Morgen wieder nach Hause ging, wartete noch eine kleine fahrtechnische Herausforderung auf uns. Wir wählten die schmale, recht abenteuerliche Straße hinauf zum Col de Jaman (Hinweis: Die Strecke ist steil, eng und erfordert definitiv etwas Fahrpraxis!). Belohnt wurden wir oben mit einem zünftigen Frühstück und einem wunderbaren Weitblick über den Genfersee und die umliegende Bergwelt – der perfekte Abschluss für unser spätes Sommerwochenende.

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