Der Aufstieg zur Schäfler Berghütte
Das Appenzeller Land besitzt eine ganz besondere Faszination. Im September verbrachten wir bereits zum dritten Mal ein Wochenende in der Region rund um das weltberühmte Berggasthaus Aescher. Dieses Mal zog es uns jedoch noch höher hinauf. Während sich die Ebenalp und der Aescher mit überschaubarer Anstrengung per Gondelbahn und über einen kürzeren Fußweg erreichen lassen, erfordert das Ziel dieser Tour deutlich mehr Kondition: das Berggasthaus Schäfler.
Obwohl der Fotospot beim Schäfler vor allem bei jüngeren Wanderern durch die sozialen Medien sehr beliebt ist, sollte man sich von dem Trubel keineswegs abschrecken lassen. Der außergewöhnliche Panoramablick auf den Bodensee und das Alpenpanorama entschädigt für jeden einzelnen Schritt.
Der Aufstieg von der Ebenalp zur Schäfler Berghütte
Bereits die Fahrt mit der Ebenalpbahn stimmt auf die imposante Kulisse des Alpsteins ein. Nach dem Ausstieg an der Bergstation führt der Wanderweg zunächst recht sanft an der Chaserrugg-Hütte vorbei. Nach diesem gemütlichen Auftakt steigt der Pfad stetig an und schlängelt sich über den Grasgrat in serpentinenartigen Kehren hinauf zur Schäfler Hütte auf 1.923 Metern Höhe.
- Strecke & Dauer: Die Distanz beträgt ca. 3,5 Kilometer bei knapp 350 Höhenmetern im Aufstieg. Die reine Gehzeit liegt bei etwa 1,5 Stunden.
- Anforderungen: Der Weg ist gut ausgebaut (Kategorie T2), verlangt aufgrund einiger steiler Abschnitte jedoch eine solide Grundkondition sowie Trittsicherheit.
- Ausrüstung: Gute Wanderschuhe sind notwendig, da der Weg besonders bei feuchtem Untergrund stellenweise rutschig werden kann.
Magische Nacht und beeindruckende Panoramen
Das Erlebnis setzt sich fort, wenn man direkt auf dem Grat übernachtet. Neben den Massenschlaflager gibt es auch gemütliche Doppelzimmer. Wasser ist auf dieser Höhe kostbar, auf Duschen muss man daher verzichten und auch die Toiletten kommen ohne Wasserspülung aus. Oben auf der Höhe kehrt eine unvergleichliche Ruhe ein, sobald die letzten Tagesgäste abgereist sind.
Der Blick auf dem Gipfel des Schäflers reicht von den schroffen Felszacken der Altenalptürme über den mächtigen Säntis bis hinab zum silbrig glänzenden Bodensee. Am Abend taucht das goldene Sonnenuntergangslicht die Felswände in rotes Licht, während der nächste Morgen die Möglichkeit bietet, direkt nach dem Aufstehen den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer zu beobachten. Die Übernachtung beinhaltet ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und so kann man am Morgen gestärkt den Abstieg antreten.
Spektakulärer Abstieg über den berühmten Aescher
Für den Rückweg ins Tal bietet sich eine Route an, die zu den eindrücklichsten Wanderungen im Appenzellerland zählt, zugleich aber auch Aufmerksamkeit fordert. Vom Grat geht es steil hinab Richtung Altenalp und weiter zum legendären Berggasthaus Aescher, das dicht an die senkrechte Felswand gebaut ist.
Der Pfad verläuft stellenweise entlang ausgesetzter Felsbänder und erfordert Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Konzentration. Einige Passagen sind mit Seilen gesichert und verlangen alpine Erfahrung. Wer diese Abschnitte umsichtig bewältigt, belohnt sich mit Tiefblicken auf den Seealpsee und einer Einkehr in einer der prägnantesten Hütten der Region. Vom Aescher aus kann man auch zu Fuß ins Tal gehen. Auf dem Weg hinab ist jedoch eine gute Kondition und absolute Schwindelfreiheit erforderlich. Wir haben uns für den Rückweg mit der Gondel entschieden, die man vom Aescher aus in etwa 45 Minuten über einen gut ausgebauten Weg erreicht.
Praktische Tipps für die Reiseplanung
Anfahrt und Anreise
- Mit dem Auto: Als Zieladresse dient Wasserauen im Kanton Appenzell Innerrhoden. Direkt an der Talstation der Ebenalpbahn stehen kostenpflichtige Parkplätze bereit.
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Anreise gestaltet sich mit der Bahn unkompliziert. Die Appenzeller Bahnen fahren direkt bis zum Bahnhof Wasserauen, der sich in unmittelbarer Nähe zur Talstation befindet.
Beste Jahreszeit
Die ideale Zeit für diese Bergwanderung liegt zwischen Juni und Oktober. Besonders die Witterung im September bietet oft klare Fernsicht, stabile Wetterlagen und angenehme Temperaturen. Im Spätherbst sowie im Frühjahr können je nach Lage noch Altschneefelder vorhanden sein, welche die ausgesetzten Passagen erschweren. Eine frühzeitige Reservierung für die Übernachtung auf der Hütte ist im Voraus dringend zu empfehlen.












































































