Bildungsweise

Susanne Posselt

Drei Tage im Berner Oberland

August 2026: Vom Männlichen über den Brienzersee zum Brienzer Rothorn

Ein Dreitagesausflug in die Schweizer Bergwelt hält immer ganz besondere Augenblicke bereit – erst recht, wenn man altbewährte Lieblingsorte besucht und sich von wechselhaftem Wetter nicht die Laune verderben lässt. Anfang August ging es für uns erneut für ein verlängertes Wochenende ins Berner Oberland. Das Ziel: Wengen, der Männlichen, der Brienzersee und eine Fahrt mit der historischen Dampfbahn auf das Brienzer Rothorn.

Hier ist unser Erfahrungsbericht mit ein paar praktischen Tipps für die eigene Routenplanung.

Über Wengen hinauf auf den Männlichen

Die Anreise verlief denkbar unkompliziert: Von Deutschland aus ging es entspannt und ohne Zwischenfälle mit dem Zug über Basel bis nach Interlaken Ost. Dort steigt man in die Berner Oberland-Bahn um, die einen über Lauterbrunnen in das autofreie Bergdorf Wengen bringt.

In Wengen wartet bereits das erste kleine Highlight: die Luftseilbahn hinauf zum Männlichen. Wer hier mitfährt, sollte sich für das sogenannte „Royal Ride“-Ticket entscheiden. Damit darf man während der Fahrt im Freien auf der Freiluft-Galerie auf dem Dach der Kabine stehen – Fahrtwind und Panorama inklusive!

Auf 2.229 Metern Höhe angekommen, bezogen wir unser Quartier für die erste Nacht: das Berggasthaus Männlichen. Wir hatten hier schon im letzten Jahr übernachtet und waren so begeistert, dass wir dieses Erlebnis unbedingt wiederholen wollten. Es gibt kaum etwas Schöneres, als zuzusehen, wie am späten Nachmittag die letzten Tagestouristen mit den Gondeln nach Wengen oder Grindelwald ins Tal schweben. Plötzlich kehrt eine tiefe Ruhe auf dem Berg ein, und man hat das weltberühmte Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau fast ganz für sich alleine.

Das Wetter zeigte sich zwar von seiner wechselhaften Seite mit immer wiederkehrenden Schauern, aber genau das bescherte uns ein Naturschauspiel der besonderen Art: Zahlreiche farbenprächtige Regenbogen zogen sich quer über die Bergkulisse.

Panorama-Wanderung zur Kleinen Scheidegg & Dampfschiff auf dem Brienzersee

Nach einer erholsamen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück im Berggasthaus machten wir uns auf den Weg. Die Wanderung vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg gehört zu den absolut klassischen Panoramawegen der Region.

  • Wandern mit Gepäck: Der Pfad verläuft leicht abfallend und ist auch mit Rucksack sehr gut zu bewältigen. Ein gut sitzender Tourenrucksack ist dafür völlig ausreichend – auch Wochenendgepäck muss man für diesen Abschnitt nicht extra ins Tal schicken.

Von der Kleinen Scheidegg ging es mit der Zahnradbahn über Wengen wieder hinab nach Interlaken Ost.

Unterwegs machten wir von einer großartigen Schweizer Besonderheit Gebrauch: Auf den Schweizer Seen gilt der reguläre Bahntarif. Mit dem entsprechenden Ticket oder Pass kann man in Interlaken direkt auf das Schiff umsteigen. Die Fahrt über den tiefblauen Brienzersee mit den historischen Raddampfern ist eine Entschleunigung im besten Sinne. Wir nutzten die Fahrt für einen Abstecher zu den imposanten Giessbachwasserfällen, bevor wir mit dem Schiff zurück nach Interlaken Ost und von dort aus am frühen Abend mit dem Zug nach Brienz fuhren.

Mit Nostalgie pur auf das Brienzer Rothorn

Direkt gegenüber des Schiffsanlegers und des Bahnhofes in Brienz startet die Brienzer Rothorn Bahn – die einzige Dampfzahnradbahn der Schweiz, die seit 1892 nicht elektrifiziert wurde. Allein die Fahrt ist ein Erlebnis für sich: Gemütlich ruckelt die Zahnradbahn den Hang hinauf durch malerische Hügellandschaften, die immer wieder den Blick auf den Brienzersee freigeben.

Oben auf dem Rothorn angekommen, erlebten wir erneut typisch dramatisches Bergwetter: Gewittergrollen, wechselnde Wolkenfelder und wieder wunderschöne Regenbögen über dem See. Die Stimmung, wenn die Wolken an den schroffen Felsflanken emporziehen, hat eine ganz eigene Magie.

Praktische Reisetipps auf einen Blick

  • Freiluft-Gondel Wengen–Männlichen: Wer auf dem Dach der Seilbahn mitfahren möchte, zahlt für das „Royal Ride“-Erlebnis einen kleinen Aufpreis auf die reguläre Gondelfahrt. Es lohnt sich absolut für das Fotomotiv und die Aussicht.
  • Übernachtung auf dem Männlichen: Frühzeitig buchen! Die Zimmer im Berggasthaus sind sehr begehrt, da die Kombination aus Abendruhe und Panoramablick auf Eiger, Mönch und Jungfrau einmalig ist.
  • Spar-Angebote für das Brienzer Rothorn: Für die Brienzer Rothorn Bahn gibt es im Sommer an bestimmten Wochentagen attraktive Spezialtarife und Pauschalen (z. B. Kombinationen aus Berg- und Talbahnfahrt inkl. Übernachtung und Abendessen auf dem Berg). Es lohnt sich, vorab auf der Website der Bahn nach diesen Sonderaktionen zu schauen.
  • Schifffahrt mit Bahnticket: Vor der Buchung von Ausflugstickets prüfen, ob das vorhandene Zugticket (z. B. Generalabonnement, Tageskarten oder Interrail) bereits für die Kursschiffe auf dem Brienzer- und Thunersee gültig ist.
  • Wetterfeste Kleidung: Im Hochgebirge kann das Wetter rasch umschlagen. Auch im Hochsommer gehören eine wind- und wasserdichte Jacke sowie warme Schichten zwingend ins Gepäck. Dafür belohnt das Wechselwetter meist mit einmaligen Fotomotiven!

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