Warum die Struktur unserer Lehrkräftebildung am aktuellen Bedarf vorbeigeht
Wenn eine neue repräsentative Studie zum Zustand unserer Schullandschaft erscheint, blicken wir an der Basis gespannt auf die nackten Zahlen. Das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung (für das im Spätherbst 2025 insgesamt 1.547 Lehrkräfte und Schulleitungen befragt wurden) lüftet den Vorhang und zeigt ein Bild, das mich in meiner täglichen Praxis in der Schulleitung, als Fortbildnerin und als Personalrätin intensiv beschäftigt.
Die Studie offenbart eine besorgniserregende Realität der zwei Geschwindigkeiten: Während die allgemeine Berufszufriedenheit im Bundesdurchschnitt mit 83 % erfreulich stabil bleibt, zeigen sich massive Risse im Fundament, sobald wir den Blick auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die einzelnen Schularten richten. Die Ergebnisse dokumentieren schonungslos eine tiefgreifende, strukturelle Bildungskrise. Unsere Lehrkräftebildung und die Ressourcenallokation gehen am realen Bedarf vorbei – und das System schaut viel zu oft weg, wenn es um Schulen in besonders herausfordernden Lagen geht.
1. Die pädagogische Realität vs. die Vorbereitung in der Ausbildung
Der Alltag an unseren Schulen ist kein theoretisches Konstrukt; er ist das unmittelbare Abbild gesellschaftlicher Dynamiken. Das Schulbarometer zeigt unmissverständlich, dass das Verhalten von Schüler:innen die derzeit größte berufliche Herausforderung darstellt: Für 46 % der Befragten steht dieser Aspekt an erster Stelle – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu 35 % im Jahr 2024. Insbesondere das allgemeine Sozialverhalten (25 %) sowie psychische Belastungen fordern uns täglich heraus. Gleichzeitig verschärfen sich die Anforderungen beim Thema Heterogenität und Inklusion: Bis zu 82 % der Lehrkräfte geben an, dass der Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sie stark fordert oder belastet.
Amtliche Daten aus Baden-Württemberg belegen diese Komplexität: Rund 9.500 Kinder und Jugendliche werden aktuell inklusiv an Regelschulen beschult. Heterogenität ist längst der Normalfall.
An dieser Stelle müssen wir als Pädagog:innen in der Debatte eine ganz wesentliche, kritische Wendung vollziehen: Die Formulierung, dass Lehrkräfte durch das Verhalten der Kinder und durch die zunehmende Heterogenität belastet sind, verschiebt den Fokus im Sinne einer subtilen Schuldzuweisung auf die Kinder und Jugendlichen. Doch die Kinder können überhaupt nichts für die tektonischen Verschiebungen unserer Gesellschaft, für die Verführungen und Suchtmechanismen digitaler Medien oder für eine wachsende Pluralität.
Wir brauchen hier dringend einen radikalen Haltungswechsel: Weg von einem anklagenden Blick auf die vermeintlich „schwierige“ Jugend, hin zu einer professionellen Perspektive, die sich den Kindern bedingungslos zuwendet. Nicht die Kinder müssen sich einem starren, alten System anpassen, sondern die Institution Schule muss sich endlich so verändern, dass sie den gesellschaftlichen Bedarfen gerecht wird. Es ist die Pflicht von uns Erwachsenen – in der Politik, in den Seminaren und in den Schulleitungen –, die strukturellen Veränderungen herbeizuführen, nicht die der Kinder.
Blickt man vor diesem Hintergrund in die aktuelle Lehrkräftebildung, wird das strukturelle Versagen der Erwachsenenwelt überdeutlich: Die Daten zur Förderung überfachlicher Kompetenzen (wie Empathie, Selbstregulation oder Kooperation) zeigen, dass fast drei Viertel der Befragten (74 %) angeben, sich durch ihr Studium und den Vorbereitungsdienst eher nicht oder überhaupt nicht ausreichend auf diese zentralen Aufgaben vorbereitet zu fühlen. In meiner Rolle als Koordinatorin des Karlsruher Regionalteams Pädagogik und in meinen eigenen Fortbildungen erlebe ich dieses Defizit regelmäßig.
Junge Kolleg:innen kommen mit exzellentem Fachwissen an die Schulen, werden dann aber von den psychosozialen Anforderungen im Klassenzimmer regelrecht überrollt. Sie finden sich in einem lähmenden Spannungsfeld wieder: Sie brennen darauf, „guten Unterricht“ zu praktizieren, kommen aber aufgrund fehlender Basiskompetenzen und unzureichender Sprachkenntnisse der Schüler:innen oft überhaupt nicht mehr dazu. Weil das System ihnen die nötigen Werkzeuge zur Beziehungsarbeit und zur Förderung der kindlichen Selbstregulation vorenthält, wird der systemische Mangel fälschlicherweise als „Problem der Kinder“ externalisiert.
2. Der Systemfehler: Das gymnasiale Übergewicht in einem ständisch gedachten Schulsystem
Diese mangelnde pädagogische Vorbereitung trifft auf ein strukturelles Missverhältnis, das uns insbesondere hier im Südwesten massiv auf die Füße fällt. Die Schülervorausberechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg prognostiziert einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen bis zum Schuljahr 2032/33. Das liegt an geburtenstarken Jahrgängen, aber auch an der flächendeckenden Wiedereinführung von G9 an allgemeinbildenden Gymnasien, die die Schülerströme dort perspektivisch nach oben treibt – jedoch erst 2032, wenn mit dem Abitur-Doppeljahrgang das System vollständig von G8 auf G9 umgestellt ist. Bis dahin benötigt man in der Summe weniger Gymnasiallehrkräfte, da die Stundenzahlen pro Jahrgang in G9 geringer sind als in G8.
Hieraus ergibt sich ein fataler Systemfehler, der eng mit dem gesellschaftlichen Status der Lehrämter verknüpft ist. In Baden-Württemberg herrscht nach wie vor ein stark traditionell, fast schon ständisch gedachtes Schulsystem, das sich in einer strikten Hierarchie der Lehrämter widerspiegelt:
- Gymnasiales Übergewicht bei den Lehrkräften: Die absolute Mehrheit der Lehramtsstudierenden drängt nach wie vor in den gymnasialen Zweig. Das ist eine logische Konsequenz eines Systems, das diesem Lehramt historisch das höchste soziale Prestige, oft bessere Arbeitsbedingungen und die beste Besoldung zusprach.
- Die Abwertung der Basis: Diese ständische Denke zeigt sich ganz eklatant schon beim Fundament unseres Bildungssystems – denn Baden-Württemberg ist inzwischen bald das einzige Bundesland, das den Lehrkräften an Grundschulen immer noch lediglich eine Besoldung nach A12 zugesteht und damit die pädagogische Arbeit an der Basis systematisch entwertet. Auch die verblieben Hauptschullehrkräfte an den noch bestehenden Werkrealschulen haben derzeit keinerlei Perspektive für einen Aufstieg in eine höhere Besoldungsgruppe
- Akuter Mangel in der nicht-gymnasialen Sekundarstufe I: Während an Gymnasien ein Bewerberüberhang droht, herrscht an Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen ein verheerender Mangel. Obwohl der Anteil der Übergänge aufs Gymnasium laut aktuellen Daten leicht gesunken ist, verteilt sich die absolute Mehrheit der Schülerinnen und Schüler auf die nicht-gymnasialen Schularten der Sekundarstufe I. Verschärft wird die Mangelperspektive durch die Tatsache, dass momentan gymnasiale Lehrkräfte per Abordnung für den Zeitraum von 5 Jahren an die anderen Schularten der Sekundarstufe I ausgeliehen wurden, nach diesen 5 Jahren jedoch eine Einstellungsgarantie am Gymnasium haben und hier wieder zu Verwerfungen im System sorgen: Sie fehlen dann in der Sekundarstufe I und blockieren gleichzeitig freiwerdende Stellen an den Gymnasien.
Genau an diesen nicht-gymnasialen Schulen schlagen die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch am härtesten ein. Während am Gymnasium 43 % das Schülerverhalten als größte Herausforderung nennen, sind es an Haupt-, Real- und Gesamtschulen 55 %. Folgerichtig ist die Absicht, den Beruf zu wechseln, an den nicht-gymnasialen Schularten mit 35 % eklatant höher als an Gymnasien. Wir bilden also sehenden Auges am gesellschaftlichen Bedarf vorbei aus, weil das System den Status der pädagogisch anspruchsvollsten Aufgaben systematisch entwertet.
3. Der blinde Fleck der Politik: Konservative Rückwärtswende statt moderner Evidenz?
Um diese Missstände wissenschaftlich zu untermauern, bräuchten wir den schonungslosen, vergleichenden Blick in den Spiegel. Doch die Politik meidet ihn. Deutschland nimmt seit einem Beschluss von 2005 nicht an der zentralen TALIS-Hauptstudie der OECD teil. Während PISA die Kompetenzen der Schüler:innen misst, gilt TALIS als das „PISA für Lehrkräfte und Schulleitungen“. Die Studie untersucht weltweit die echten Arbeitsbedingungen, das Stresserleben, den Fortbildungsbedarf und die Qualität des Schulklimas. Dass die Kultusministerkonferenz (KMK) Deutschland hier seit zwei Jahrzehnten abmeldet, hat System: Man scheut den internationalen Vergleich und den daraus resultierenden Reformdruck. Was man nicht schwarz auf weiß hat, muss man politisch nicht verantworten.
Statt auf internationale Evidenz zu setzen, erleben wir in Baden-Württemberg gerade eine bildungspolitische Rückwärtswende. Das neue CDU-geführte Kultusministerium scheint die forcierte Dreigliedrigkeit und eine vermeintliche Aufwertung von Haupt- und Realschule als die ultimative Lösung der Krise zu betrachten. Doch dieses Beharren auf starrer Selektion blendet die Realität an der Basis völlig aus: Wo bleiben in diesem Konzept die Gemeinschaftsschulen und integrierten Schulformen?
Gerade die Gemeinschaftsschulen fangen seit Jahren die massiven Herausforderungen einer heterogenen Schülerschaft auf und leisten die eigentliche Integrations- und Inklusionsarbeit im Land – werden jedoch politisch stiefmütterlich behandelt und im ständischen Denken der Bildungspolitik strukturell marginalisiert.
Ein Blick auf die internationalen PISA-Siegerländer, die vor ganz ähnlichen gesellschaftlichen und demografischen Herausforderungen stehen wie wir, zeigt, wie moderne Schulstrukturen organisiert sind: Länder wie Kanada, Estland oder Finnland setzen konsequent auf längeres gemeinsames Lernen und integrierte Schulsysteme. Sie trennen Kinder nicht im Alter von zehn Jahren auf ständische Säulen auf. Vor allem aber investieren sie die Ressourcen exakt dort, wo die Herausforderungen am größten sind – durch einen echten Sozialindex und eine einheitliche, pädagogisch hochgradig professionalisierte Lehrkräftebildung für die gesamte Sekundarstufe.
4. Wie machen wir den Lehrberuf wieder attraktiv und gesund?
Wenn wir verhindern wollen, dass Schulen in herausfordernden Lagen kollabieren und junge Lehrkräfte im Praxisschock ausbrennen, müssen wir die Arbeit an unseren Schulen radikal aufwerten und strukturell entlasten. Aus den Daten des Schulbarometers lassen sich dafür klare, evidenzbasierte Hebel ablesen:
- Multiprofessionelle Teams als fester Standard (Weg vom Gießkannenprinzip): Der Umgang mit extremer Heterogenität, Gewaltproblemen und psychosozialen Krisen darf nicht an der einzelnen Lehrkraft hängenbleiben. Die Regressionsanalyse des Schulbarometers beweist: Angebote zur Unterstützung durch Schulsozialarbeit und Beratung reduzieren nachweislich sowohl die berufliche Unzufriedenheit als auch die emotionale Erschöpfung von Lehrkräften! Schulen der Sekundarstufe 1 in herausfordernden Lagen benötigen einen verbindlichen, unbürokratischen(!) Sozialindex für zusätzliche Ressourcen.
- Eine kooperative Schulkultur etablieren: Eine an gemeinsamen Werten ausgerichtete, kooperative Schulkultur stellt den stärksten Schutzfaktor für das Wohlbefinden von Lehrkräften dar. Kollegiale Teamarbeit und einheitliche Regeln entlasten das Individuum. Das Land muss dafür jedoch im Deputat verankerte Zeitfenster schaffen und entsprechende Führungskräftequalifizierungen anbieten.
- Reform der Lehrerbildung und Statusschnitt: Wir müssen die künstliche Trennung der Lehramtstypen aufbrechen. Eine zeitgemäße Ausbildung muss alle Studierenden intensiv in tiefergehender Pädagogik, Diagnostik und Classroom Management schulen. Wenn die Ausbildung für alle Schularten der Sekundarstufe gleichermaßen anspruchsvoll, praxisnah und am Ende auch im Status absolut gleichwertig ist, lenken wir Lehrkräfte dorthin, wo der gesellschaftliche Bedarf real existiert.
Fazit
Resilienz und Gesundheit im Lehrberuf sind keine Fragen von individuellem Yoga oder mentaler Stärke. Sie sind das direkte Ergebnis von struktureller Passung. Das Deutsche Schulbarometer 2026 hält uns den Spiegel vor. Attraktivität entsteht nicht durch das Beharren auf einem überholten, ständischen Schulsystem oder das künstliche Beatmen einer überholten Dreigliedrigkeit, die integrierte Erfolgsmodelle wie die Gemeinschaftsschule ignoriert.
Internationale Vorbilder machen es vor: Wahre Entlastung und Qualität entstehen durch spürbare strukturelle Unterstützung, echte Gleichwertigkeit der Schularten und eine Ausbildung, die endlich fit für die echte, heterogene Praxis macht.
Wie erlebt ihr das ständische Denken in der Lehrerbildung und im Schulalltag? Welche Maßnahmen zur Entlastung in der Sekundarstufe I haltet ihr für am dringlichsten? Diskutiert gerne in den Kommentaren mit mir!
Unter der Lupe: Studierendenzahlen und Bedarf
Die aktuellsten Daten des Statistischen Landesamtes und die ministeriellen Erhebungen für Baden-Württemberg spiegeln das oben analysierte strukturelle Missverhältnis wider. Es gibt ein Ungleichgewicht bei den Immatrikulationen, das den realen Bedarf an den Schulen verfehlt.
Die Verteilung der Studierenden in den verschiedenen Lehramtstypen zeichnet folgendes Bild:
- Das Lehramt an Gymnasien: Der ungebrochene Spitzenreiter: Obwohl hier bildungspolitisch bereits seit Jahren vor einem spürbaren Bewerberüberhang gewarnt wird, ist das Gymnasium nach wie vor das mit Abstand beliebteste Lehramtsstudium. Rund 40 bis 45 % aller Lehramtsstudierenden im Land sind in diesem Segment eingeschrieben. Das ständische Prestige, die traditionelle Verknüpfung mit zwei wissenschaftlichen Fachdisziplinen und die verlässliche A13/A14-Besoldung ziehen nach wie vor die absolute Mehrheit der Studienanfänger:innen an die Universitäten.
- Das Lehramt Grundschule: Große Lücke trotz hohem Bedarf: Obwohl der Bedarf an Grundschullehrkräften im Land insbesondere in Mangelregionen hoch ist, hinkt die Zahl der Studierenden nach wie vor hinterher. Etwa 20 % der Lehramtsstudierenden entfallen auf den Primarbereich (studiert an den Pädagogischen Hochschulen). Dass die Zahlen nicht dynamischer steigen, ist auch hausgemacht: Solange Baden-Württemberg als eines der letzten Bundesländer starr an der schlechteren A12-Besoldung für Grundschullehrkräfte festhält, bleibt der Studiengang im direkten Vergleich schlicht unattraktiver. Hinzu kommt: Grundschullehramt wird weiterhin noch vorrangig von jungen Frauen studiert, die im Lauf ihrer Berufsbiografie wegen Care-Aufgaben viele Jahre im Teilzeitmodell arbeiten. Auch hier passen Lebensplanung und Bedarf – insbesondere an Ganztagsschulen oft nicht zusammen.
- Das Lehramt Sekundarstufe I (Haupt-, Real-, Gemeinschaftsschulen): Der kritische Engpass: Hier liegt die eigentliche Bruchlinie unseres Bildungssystems. Auf das Lehramt Sekundarstufe I entfallen im Schnitt nur rund 15 % der Studierenden. Die Zahlen stagnieren auf einem viel zu niedrigen Niveau, um die Pensionierungswellen und den steigenden Bedarf der nicht-gymnasialen Schularten (insbesondere durch steigende Schülerzahlen in der nicht-gymnasialen Sek I und den Ganztag) abzufangen. Das pädagogisch anspruchsvolle Profil der Sek I vor allem an Schularten, die mehr als einen Bildungsgang anbieten, wird im ständischen Bewusstsein der Bildungspolitik sträflich übersehen.
- Das Lehramt Sonderpädagogik (SBBZ): Konsequent unterbesetzt: Das Studium der Sonderpädagogik verzeichnet zwar stabile Bewerbungszahlen, macht aber insgesamt nur etwa 8 bis 10 % der gesamten Lehramtsstudierenden aus. Die Studienplatzkapazitäten an den PHs (vor allem in Heidelberg und Ludwigsburg, hinzu kam eine neue Fakultät für Sonderpädagogik an der PH Freiburg) wurden zwar in den letzten Jahren leicht ausgebaut, reichen jedoch hinten und vorne nicht aus. Wenn man bedenkt, dass rund 9.500 Kinder inklusiv an Regelschulen beschult werden und parallel die SBBZ-Standorte personell ausbluten, ist diese Studierendenzahl ein Tropfen auf den heißen Stein.
- Das berufliche Schulwesen: Mangelware in den Mangelfächern: Das berufliche Lehramt bildet das Schlusslicht mit etwa 8 % der Studierenden. Während in den allgemeinbildenden Fächern (Deutsch, Geschichte, Englisch) noch ein gewisser Zulauf herrscht, ist die Situation in den gewerblich-technischen Mangelfächern (Elektrotechnik, Metalltechnik, Informatik) dramatisch. Hier konkurriert die Hochschule direkt mit den nach wie vor exzellenten Gehältern der freien Wirtschaft – ein Kampf, den das Land bei den Studierendenzahlen regelmäßig verliert.
Fazit aus Sicht der Praxis
Die Zahlen zeigen schwarz auf weiß, dass der Markt die Probleme nicht von alleine regelt. Die Studierenden strömen weiterhin dorthin, wo das System historisch das meiste Prestige und die vermeintlich „einfachere“ Schülerschaft verspricht: ans Gymnasium. Solange die Politik nicht steuernd eingreift – sei es durch die Einführung einer integrierten Stufenlehrerbildung für die gesamte Sekundarstufe oder durch die überfällige Anhebung der Grundschulbesoldung auf A13 –, wird sich dieses eklatante Missverhältnis nahtlos in den nächsten Jahren im Klassenzimmer fortsetzen.
Quellen zum Beitrag:
Siehe auch:
https://de.statista.com/themen/10477/lehrermangel-in-deutschland/#topicOverview
https://www.swr.de/swraktuell/alltag-an-schulen-lehrermangel-unterrichtsausfall-100.html
https://www.statistik-bw.de/fileadmin/user_upload/Service/Veroeff/Statistisches_Monatsheft/